Sechziger Jahre

Mit dem Führungswechsel 1961, bei dem Max Streibl zum neuen Landesvorsitzenden gewählt  wurde, zeichnete sich nicht nur eine personelle Veränderung in der JU ab, sondern es rückte auch das politische Thema der Entwicklungshilfe in den Vordergrund. Persönliche Kontakte zu Menschen in der Dritten Welt machten die dortigen Probleme zum neuen politischen Thema der Jungen Union. Den Höhepunkt stellte im Mai 1962 die Gründung der Welt-Union der Jungen christlichen Demokraten in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, dar.

Neben der Sorge um die Dritte Welt beschäftigte die JU damals schon die Zukunft Europas. Die Europa-Politik hatte eine erhebliche Auswirkung auf die Diskussion um die deutsche Frage und die Wiedervereinigung. Die JU bekannte sich zu dem Grundsatz „Freiheit vor Einheit“, hielt aber an dem Ziel der Wiedervereinigung fest.

Die größte politische Auseinandersetzung musste die JU aber mit der „Außerparlamentarischen Opposition“, der APO, bestehen.  Doch die JU wuchs buchstäblich mit ihren Aufgaben. 1967 hatte sie bereits 26 000 Mitglieder. Gerade die Line des neuen Vorsitzenden Bösewald gegenüber den 68ern mit dem Konzept der permanenten Evolution beeindruckte viele Jugendliche.

Autor: Thomas Breitenfellner
Redaktion: Stefanie Sickinger