Neues Jahrtausend
Stoibers Kanzlerkandidatur 2002 war für die Partei ein Motivationsschub - zur richtigen Zeit. Schon bei der Kommunalwahl war das Klima für die CSU sehr gut. Auch die JU, die als viert-stärkste Kraft hervorging, stellte eine Reihe junger Bürgermeister. Beflügelt von diesem Ergebnis startete die JU mit „Jugend für Stoiber“ den Bundeswahlkampf. Die Junge Union wurde schnell zum Wahlkampfmotor und tourte mit dem Stoiber-Truck durchs Land. Leider versäumte Stoiber um nur 6000 Stimmen den Sieg. Dennoch bedeutete die Kanzlerkandidatur Stoibers für die CSU große Schubkraft und einen deutlichen Zugewinn. 12 JU´ler schafften den Einzug in den deutschen Bundestag.
Mit einem „Jetzt erst recht“ schwebte 2003 die Partei auf einer Welle der Euphorie und erzielte bei der Landtagswahl ein Ergebnis von 60% und damit einer zwei Drittel Mehrheit im bayerischen Landtag. 2003 wurde Manfred Weber in einer knappen Entscheidung zum Landesvorsitzenden gewählt. Monatelanges Werben zweier Lager waren dieser Wahl vorausgegangen. Dem Niederbayern, der der erste Europaparlamentarier an der Spitze der Jungen Union wurde, gelang es, die Gegensätze zu überbrücken und sorgte für eine starke öffentliche Wahrnehmung mit Zukunftsthemen, insbesondere bei der Entwicklung eines neuen Grundsatzprogramms der CSU.
Mit Stefan Müller wurde 2007 wieder ein Bundestagsabgeordneter Chef der Jungen Union Bayern. Vier Wahlkämpfe in nur zwei Jahren machten die Zeit danach zu einem Test für die Kampagnenfähigkeit der Jungen Union. Im Landtagswahlkampf 2008 fuhr die JU Bayern mit "Team Beckstein 08" die größte Wahlkampagne, die sie je auf bayerischem Boden abgehalten hatte. 2009 wurde mit "Generation Aufbruch" eine große Bundestagswahlkampagne mit einer Vielzahl junger Kandidaten durchgeführt. Die JU Bayern schaffte es dabei in der Berichterstattung über den deutschen Wahlkampf 2009 mit ihrer "Nacht der Generation Aufbruch" bis in die New York Times.
Die Entwicklungen an der Spitze von CSU und in der Landes- und Bundesregierung haben die Mitsprachemöglichkeit der Jungen Union Bayern deutlich erweitert. Unter anderem ist die JU Bayern nach der Regierungsumbildung 2007, der Landtagswahl 2008 und schließlich der Bundestagswahl 2009 in der Bayerischen Landesregierung und in der Regierungsmannschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel vertreten. Darüber hinaus wurde 2009 mit Dorothee Bär eine JU`lerin stellvertretende Generalsekretärin der CSU und der JU-Landesvorsitzende Stefan Müller zum Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe ernannt.
Die neuen Erfordernisse der politischen Kommunikation im Web 2.0 stellten auch die JU Bayern vor neue Herausforderungen. Zur Landesversammlung 2010 lud sie als erste Organisation der etablierten Parteien in Deutschland die Netzgemeinde zur Mitarbeit bei einer digitalen Antragsdebatte ein. Bei der Satzungsreform der CSU im Jahr 2010 spielte die JU auch eine herausragende Rolle, zum Beispiel bei der schließlich erfolgreichen JU-Forderung, Mitgliederbefragungen zuzulassen. Die monatelange Debatte um die Einführung der Frauenquote in der CSU, die ihren Höhepunkt beim CSU-Parteitag 2010 in München fand, endete mit einem Teilerfolg der JU, die stets gegen die Quote eingetreten war: Für die Basisebenen der CSU und für die Arbeitsgemeinschaften wurde von einer Einführung der Frauenquote abgesehen.
Autoren: Thomas Breitenfellner, Bernhard Kuttenhofer
Redaktion: Stefanie Sickinger



